Der Bürgerverein

Im Bürgerverein haben sich schon vor mehr als 50 Jahren Bürger der Stadt Senden/Iller zusammengeschlossen, die sich zum Wohle der Bürger einsetzen.
Mit den Erlösen der Veranstaltungen wie z.B. dem Seefest konnten Einrichtungen (Hallenbad, Stadtpark u.v.m.), die der Allgemeinheit zu gute kommen, gesponsert werden.

Die Entscheidung, die Sendener Tafel mit unter das Dach des Bürgervereins zu nehmen, war da nur ein logischer Schritt.


Die NUZ vom 28.09.2020 berichtet: EHRENAMT

16 Jahre Tafel Senden: Das hat sich verändert

Nicht nur die Armut in Deutschland wächst. So hilft die Sendener Tafel
Der Dachverband der Tafeln in Deutschland besteht seit 25 Jahren – die Tafel in Senden seit mittlerweile über 16 Jahren. Die Mitarbeiter der Tafeln blicken besorgt auf die Entwicklung der Armut in Deutschland sowie die Verschwendung von Lebensmitteln und Ressourcen. Wolfgang Esser, Vorsitzender des Bürgervereins Senden, in dessen Arbeitsbereich die Tafel fällt, schreibt in einer Pressemitteilung: „Das ehrenamtliche Engagement der 60000 freiwilligen Tafelhelfer auf Orts- und Landesebene ist ein beachtliches Vorbild für einen nachhaltigen und sozialen Lebensstil.“

Die Sendener Tafel wurde bereits im Januar 2004 gegründet und 2006 als Mitglied im Bundesverband aufgenommen. „Die Tafel unterstützt derzeit etwa 240 Personen, im laufenden Jahr sind nur wenige Kunden zusätzlich gekommen“, so Esser weiter. 1995 haben sich die damals bundesweit 35 Tafeln in einem Verband organisiert. Seitdem hat sich die Tafel-Idee – Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten und damit armutsbetroffenen Menschen zu helfen – rasant verbreitet.

Heute gehören dem gemeinnützigen Verein 948 Tafeln mit 60000 freiwilligen Helfern an. Sie haben die Tafeln zu Deutschlands größtem Lebensmittelretter und Orten der Begegnung für Arme und ausgegrenzte Menschen gemacht, so in der Pressemitteilung. Gemeinsam retten die Helfer jährlich 265000 Tonnen Lebensmittel und unterstützen damit 1,65 Millionen Menschen.

„Die Politik ist aufgefordert, endlich die Ursachen von Armut und Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung ist die Armutsquote in Deutschland zuletzt sogar weiter gestiegen. Das Ziel darf nicht sein, Armut zu verwalten, sondern nachhaltig zu beseitigen“, appelliert Esser. Auch die Lebensmittelverschwendung sei mit rund 12 Millionen Tonnen immens in Deutschland. „Es wächst zwar langsam ein Bewusstsein für dieses Thema, getan wird aber noch zu wenig. Und zwar vom Produzenten bis zum Endverbraucher“, meint der Vorsitzende des Bürgervereins.

Wachsende Kundschaft, weniger Ehrenamtliche und ein dringend notwendiger Ausbau der Lebensmittelspenden und der Logistik sind laut Pressemitteilung die zentralen Herausforderungen der Tafeln, die sich zuletzt durch die CoronaPandemie verschärft haben.

Die Tafel in Senden sei in den vergangenen 16 Jahren zu einer Anlaufstelle geworden, ein Ort von Begegnung und Verständigung, weil etwa 35 Ehrenamtliche ihre Mitmenschen im Blick haben und Hilfe leisten, so Esser. Gegründet wurde die Tafel durch Jutta Rupprecht von der evangelischen Kirchengemeinde in Senden. Diese übernahm zu Beginn auch die Trägerschaft der Tafel. Seit inzwischen fünf Jahren ist der Bürgerverein Unteres Illertal Senden Träger der Sendener Tafel. „Dies war eine logische Konsequenz, denn der Bürgerverein hat die Tafel von Anfang an finanziell erheblich unterstützen können“, so Esser. Nachdem die großen Festveranstaltungen zur Generierung von Finanzmitteln nicht mehr möglich sind, sei die Trägerschaft der Sendener Tafel heute der Kern der Tätigkeiten des Bürgervereins.

Auch die Tafel in Senden musste wegen der Corona-Pandemie im April schließen. In den darauffolgenden Monaten konnte laut dem Bürgerverein durch großzügige Spenden der Bürger, Unternehmen sowie von Institutionen eine großzügige Summe gesammelt werden. So wurden die Kunden der Tafel durch die Ausgabe von Einkaufsgutscheinen unterstützt. „Auch unter schwierigen Umständen hat das Team der Sendener Tafel Erhebliches geleistet und dafür gesorgt, dass die Bedürftigen nicht von jeder Leistung abgeschnitten waren“, berichtet Esser.

Die Stadt Senden hat durch die Aktion „Senden hilft“ 2000 Euro bereitgestellt: Damit konnten zum Schulbeginn Einkaufsgutscheine für Schulmaterial beschafft werden. Der Tafelladen ist seit 15. September wieder geöffnet. Die notwendigen Hygienemaßnahmen gelten sowohl für die ehrenamtlichen Helfer als auch für alle Kunden. (az)